Gemeindeprofil

Die Evangelische Kirchengemeinde Quadrath-Ichendorf liegt im gleichnamigen größten und bevölkerungsreichsten Stadtteil (rund 14.500 Menschen) der Kreisstadt Bergheim im Rhein-Erft-Kreis westlich von Köln. Sie gehört zum Kirchenkreis Köln-Nord und damit zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Zahlreiche evangelische Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten siedelten nach dem Zweiten Weltkrieg in einem stark katholisch geprägten Umfeld und bildeten den Grundstock dieser Tochtergemeinde der Evangelischen Kirchengemeinde Bergheim-Zieverich.

1965 entschied man sich auf Grund steigender Gemeindegliederzahlen für eine Einzelpfarrstelle. Mittlerweile sind die Mitgliederzahlen infolge von Kirchenaustritten und durch die demographische Entwicklung auf rund 2300 zurückgegangen, dies geht mit einem Anstieg des Altersdurchschnittes einher. Zurückgehende Finanzen schränken die Gestaltungsspielräume zunehmend ein.

Die Pfarrstelle ist zur Zeit vakant. Für die Zeit der Vakanz wird unsere Gemeinde von einer Pfarrerin begleitet. Neben einer großen Gruppe ehrenamtlich Mitarbeitender beschäftigt die Gemeinde zur Zeit eine Mitarbeiterin, die mit 19,25 Wochenstunden als Küsterin und Jugendleiterin arbeitet, eine Organistin, zwei geringfügig Beschäftigte für Reinigung und Gartenpflege sowie eine Honorarkraft für die Kirchenchorleitung. In unserer Gemeinde gibt es für jedes Lebensalter Beteiligungsmöglichkeiten.

Die Gebäude der Gemeinde (Petri-Kirche mit angrenzendem Gemeindezentrum und das Pfarrhaus) liegen relativ zentral in den mittlerweile zusammengewachsenen Ortsteilen Quadrath und Ichendorf. Der Stadtteil bietet eine gute Infrastruktur, wobei allerdings ein charakteristisches Ortszentrum fehlt. Die Nähe zu Köln ist dominant. Viele arbeiten auch dort und pendeln zwischen Arbeitsplatz und ihrem Wohnort. Der durch Bergbau und Landwirtschaft geprägte Ort hat sich zu einem modernen, kleinstädtischen Standort entwickelt. Der Anteil von Migranten liegt bei 15% und erfordert eine intensive kommunale Integrationsarbeit. Die Lage der Stadt ermöglicht es, vielfältige Freizeitangebote und kulturelle Angebote im Umkreis wahrzunehmen. Vor allem die Angebote der Kirchengemeinde für Kinder und Jugendliche, aber auch alle anderen Angebote stehen daher stets auch in Konkurrenz zu den Aktivitäten der rund 30 Vereine vor Ort.

In unserer Gemeinde gibt es zahlreiche konfessionsverbindende Ehen von evangelischen und katholischen Gemeindemitgliedern. Somit ergeben sich bereits durch die Kasualien (Taufe, Hochzeit, Beerdigung) häufig ökumenische Berührungspunkte in einem weiterhin stark katholisch geprägten Umfeld. Als evangelische Gemeinde möchten wir mit klar erkennbarem protestantischem Profil für die Menschen am Ort offen sein. Wir bemühen uns darum, unser Gemeindeleben danach auszurichten, dass auch suchende Menschen und insbesondere Kinder und Jugendliche heimisch werden und sich beteiligen können. Dabei wollen wir auch die älter werdenden Gemeindeglieder und jene, die im örtlichen Pflege- und Seniorenheim leben, im Blick haben. Gemeinschaftliches Handeln und das Achten und Fördern der individuellen Gaben sind uns wichtig. Darum wird ehrenamtliche Mitarbeit besonders wertgeschätzt. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Bewusstsein von der Gegenwart, Güte und Liebe Gottes. Darum haben Gottesdienste, das Lob Gottes in der Musik und das aufmerksame Hören auf die Bibel und das Gebet besonderes Gewicht.
Wir nehmen nüchtern den sich abzeichnenden Wandel volkskirchlicher Strukturen wahr und wollen die damit einhergehenden Herausforderungen nicht nur als Krise, sondern als Chance zum Ausprobieren neuer Wege annehmen. Wir sind offen für Kooperationen mit Nachbargemeinden und dankbar für die unterstützenden Angebote des Kirchenkreises. Wir sind uns bewusst, dass wir uns bei zurückgehenden Mitteln und sinkenden Mitgliederzahlen zunehmend auf Arbeitsschwerpunkte konzentrieren müssen. Diese Arbeit, die wir tun, möchten wir gerne und so gut wie möglich tun. Unser Ziel soll es sein, dass wir uns vom Evangelium Jesu, von seiner Offenheit für Gott und von seiner Zuwendung vor allem zu den Mühseligen und Beladenen prägen lassen. Dies hat Konsequenzen für unseren Umgang miteinander, für unser Einladen zum Glauben, für die Gestaltung unserer Gemeinderäumlichkeiten.